NACHHALTIGE KOMMUNALE WÄRMEVERSORGUNG

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Wenn es um Energieeffizienz geht, sind die Dänen weit voraus. Einer der Gründe dafür ist die lange Geschichte der Fernwärme in diesem Land, bei der Wohnsiedlungen von einem zentralen Heizkraftwerk mit Wärme und Warmwasser versorgt werden. Über 60 Prozent aller dänischen Haushalte profitieren von dieser Lösung.  

Doch es gibt ein Problem. Etwa ein Drittel der Energie für die Fernwärme wird derzeit aus fossilen Brennstoffen erzeugt. Ein weiterer Teil entsteht durch die Verbrennung von Biomasse: Eine grünere Lösung, die aber noch immer CO2 in die Atmosphäre abgibt. Damit soll bald Schluss sein. Dänemarks ambitionierter Klimaschutz-Plan sieht vor, dass der Energie- und Versorgungssektor des Landes bis 2030 nahezu CO2 neutral wird. Doch wie werden sie das schaffen? 
Eine große Rolle kommt der häufigsten, natürlichen Ressource des Landes zu: dem Wind. Fährt man an der flachen Küste Dänemarks entlang, fallen einem die langen Reihen an Windrädern auf, die wertvollen Windkraftressourcen des Landes. An manchen Tagen, wenn der Wind stark weht, wird hier sogar mehr Elektrizität erzeugt, als das Land braucht. Der Überschuss wird dann an die angrenzenden Länder exportiert. Genau das ist die Art von sauberer Energie, die in einer Welt ohne fossile Brennstoffe benötigt wird. Zusammen mit Sonnenenergie kann sie dazu genutzt werden, eine immer häufiger angewandte Form der Fernwärme zu betreiben, die auf Wärmepumpen basiert.  


„In Dänemark finden Wärmepumpen große  beachtung und die Menschen denken sehr positiv über sie."

Jens Christian Nielsen
Technischer berater Dansk Fjernvarme


„In Dänemark finden Wärmepumpen große Beachtung und die Menschen denken sehr positiv über sie“, erklärt Jens Christian Nielsen, technischer Berater bei Dansk Fjernvarme, dem Branchenverband dänischer Fernwärmeunternehmen. „Wir gehen davon aus, dass immer mehr Fernwärmeunternehmen diese Technologie verwenden werden. Das ist eine große Chance“, fügt er hinzu.  

Wärmepumpen, die durch erneuerbare Elektrizität betrieben werden, sind wesentlich effizienter als diejenigen, die die derzeitige Kombination aus fossilen Brennstoffen und Biomasse verwenden. Güntner unterstützt dabei, Dänemarks Vorreiterstelle in diesem Gebiet, weiter voranzutreiben. Das Unternehmen beteiligte sich vor Kurzem an zwei Wärmepumpenprojekten in Dänemark: In der malerischen alten Hafenstadt Faaborg, auf der Insel Fünen und im Kreis Smørum, nördlich von Kopenhagen. Beide Projekte verfolgten das wichtige Ziel, den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren. In Faaborg können nun jährlich sechs Tonnen an Emissionen pro Haushalt eingespart werden: Dies entspricht vier Flügen von Europa nach New York und wieder zurück. Zusätzlich dürfen sich Verbraucher auch über niedrigere Energiekosten freuen. Erwartet wird eine jährliche Ersparnis von 15 bis 20 Prozent. Möglich ist das dank der Einsparungen beim Strom und der geringeren Nutzung von Biogas zu Spitzenzeiten. 
Wärmepumpen können ihre Energie aus diversen Quellen beziehen. In Faaborg und Smørum hat man sich für den Einsatz von Luftwärmepumpen entschieden. Insgesamt wurden hierbei 32 Güntner Flat VARIO Geräte, sowie 16 V-shape VARIO Geräte als Verdampfereinheiten installiert. 

Das Projekt in Faaborg stellte die Planer vor eine weitere Herausforderung: Während Fernwärmewerke sich meist am Stadtrand befinden, sollte dieses Werk in einer Wohngegend realisiert werden. Daraus folgten planerische Einschränkungen und Vorgaben zu Gerätehöhe und Schallemissionen. Wie könnten die Vorschriften eingehalten werden, ohne dabei die Leistungen der Verdampfer einzuschränken? Güntner Ingenieurteams erarbeiteten mit einer CFD-Simulation (Computational Fluid Dynamics), die optimale Lösung. „Das war bahnbrechend. Denn so etwas würde man in der Kältebranche normalerweise nicht tun“, so Henrik Andreassen, Güntners Vertriebsbereichsleiter in der nordischen Region. „Es war das erste Mal, dass ich diese Technologie bei einem Projekt in Dänemark gesehen habe. Es braucht Zeit, die Daten zu berechnen und zu analysieren. Ein einziger Betriebsmodus kann drei Tage brauchen. Doch es vermittelt sehr gute Einblicke in das, was wir erwarten können.“  

Insgesamt 4.800 Häuser in Faaborg und Smørum profitieren bereits von diesen beiden Projekten. Es ist zu hoffen, dass in Zukunft viel mehr Häuser diesem Beispiel folgen werden, sowohl in Dänemark als auch in anderen Ländern der Welt.